Maybe There Is Hope

Veronika Dräxler

Ökosysteme wachsen langsam. Es kann Jahrhunderte dauern, bis sich eine ausgewogene in-sich-greifende Umwelt entwickelt hat, von der die Menschheit leben kann. Dieses langsame Wachstum wird in kapitalistischen und industrialisierten Gesellschaften noch nicht in den wirtschaftlichen Kreislauf eingerechnet. Wird die Natur sich selbst überlassen kann sie sich erholen und zeigt immer wieder überraschende Widerstandsfähigkeit, indem sie sich die undenkbarsten Orte wirtbar macht. Die Fotoserie Maybe There Is Hope (2020) zeigt Ausschnitte von stillgelegten Fahrzeugen, symbolisch für technisierte Mobilität und organische Materie, die sich diese zum Nährboden gemacht hat. Es eröffnet sich ein Dialog zwischen Be- und Entschleunigung, Vergänglichkeit und Wiedergeburt.

Veronika Christine Dräxler ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, Autorin und Entwicklerin von Dialogräumen. Die Debütantin der GEDOK München (2019) und Gründerin von Selbstdarstellungssucht.de – einem Blog über zeitgenössische Kunst und digitale Identität, von der Bundesregierung als „Kultur- und Kreativpilot“ (2015) ausgezeichnet – sucht in ihrer künstlerischen Praxis nach Gleichgewichten organischer Systeme und hinterfragt die Auswirkungen der Digitalisierung auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, wie etwa die Aufmerksamkeit. Vorgefundene Elemente ihrer Recherchen arrangiert sie intermedial.