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Nächste Deadline:

25.04.2021

Issue #3

Heterotopien 

Was verbindet Friedhöfe mit Museen, Kliniken mit Theatern, Gefängnisse mit Gärten und Schiffe mit Festivals? Alles sind gesellschaftlich abgegrenzte Räume, die nicht primär über Grenzen eines Gebäudes oder Platzes definiert werden, sondern vielmehr über ihre Nutzungsmöglichkeit oder Funktion, sprich ihre inhaltliche Ebene. Jeder der genannten Begriffe kann als Heterotopie verstanden werden.

 

Von Heterotopien spricht man sowohl im medizinischen als auch im geisteswissenschaftlichen Bereich. Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern hetero und topos und bedeutet wörtlich so viel wie Anders- oder Gegenraum. Bereits in den 1960er Jahren verwendete der französische Philosoph Michel Foucault diesen Begriff und prägte ihn damit nachhaltig. Er sieht sein Jahrhundert als eine Epoche des Raums. Diese Zeit der Räumlichkeit fand in den 1980er Jahren im spatial turn einen Höhepunkt und hält bis heute an.

 

Foucault verknüpft die Heterotopie stark mit der Utopie, da beide an die Gesellschaft geknüpft sind. Unterscheiden lassen sich die Begrifflichkeiten durch den realen beziehungsweise imaginativen Raum. Während Utopien nicht existieren und es auch nicht können, sind Heterotopien tatsächlich vorhanden. Es gibt Heterotopien in allen Kulturen und sie können spirituelle, exklusiv, aber auch verbotene Orte sein, die sich von der Norm abgrenzen, von ihr abweichen und sie erweitern.

 

Wie zeigen sich signifikante Heterotopien in der Vergangenheit und der Gegenwart? Wie werden sie definiert und wie gestaltet? Welche Herausforderungen und Chancen bieten diese Räume? Wie wirken sie sich auf unsere Gesellschaft oder das Individuum aus? Und welche Möglichkeiten bietet dabei der digitale Raum?

 

frame[less] – das digitale Magazin für Kunst in Theorie und Praxis möchte diesen und weiteren Fragen einen Raum bieten. Für das Issue #3 schreiben wir den Open Call zum Thema Heterotopien aus. Die Form wird den Beitragenden freigestellt. Wir freuen uns über vielfältige Formate wie theoretische, kritische und wissenschaftliche Annäherungen an das Thema, genauso wie praktische, projektbezogene Beiträge. Ebenso heißen wir interdisziplinäre und hybride Formen willkommen. Es gibt keine formalen und personenbezogenen Kriterien für die Auswahl der Beiträge. Einzig die Qualität der Abstracts und Proposals entscheidet.

 

Wir ermöglichen einen interdisziplinären Diskurs im Bereich Kunst. Wobei wir einen offenen Kunstbegriff propagieren, der unter anderem Disziplinen wie Architektur und Design inbegriffen sieht. Besonders Menschen, die sich als FINTA definieren und bzw. oder BIPoC möchten wir ermutigen sich zu bewerben.

 

Sende uns dein Abstract oder Projektvorhaben (max. eine Seite) zu, indem du kurz beschreibst, was du gerne machen würdest. Bis zum 25.04.2021 hast du Zeit, dich unter redaktion@framelessmagazin.de zu bewerben. Wir geben dir dann schnellstmöglich eine Rückmeldung (ca. eine Woche) und informieren dich über alle weiteren Vorgänge.