Nächste Ausgabe:
issue #4 körper

Open Call !
 

Der menschliche Körper besteht aus bis zu 100 Billionen Zellen. Nichts ist individueller als unser Körper und dennoch kommen wir nicht als unbeschriebenes Blatt zur Welt, denn wir sind immer Teil einer kollektiven Identität, die an Vorstellungen von Körperbildern geknüpft ist. Auf der Suche nach Individualität gestalten wir unsere Körper – stechen, färben, trainieren – suchen nach unserem persönlichen Ausdruck, Alleinstellungsmerkmalen und drücken mit unserem Körperbild dennoch immer wieder Zugehörigkeit aus. Wir versuchen die Geschichte unseres Körpers selbst zu schreiben und doch gibt es bestimmte körperliche und gesundheitliche Bedingungen an die wir gebunden sind sowie Strukturen – Alter, Ethnie, Geschlecht – die unsere Geschichte bereits für uns schreiben. 

Wegen und mit unseren Körpern sind wir politisch. Stellen uns entgegen, winden uns, experimentieren. Bewegung, Transition, Metamorphose. Körper formieren sich im Kollektiv, werden zu Meuten, Massen und Schlangen; gewinnen scheinbar an Größe, temporär an Kraft und wehren sich gegen Repressionen, gegen die ein einzelnes Wesen nicht ankommt. 

 

Wie können wir soziale Wirklichkeit durch körperliche Praktiken und Darstellungen in Frage stellen oder sogar verändern?

 

Die Sichtbarkeit und Bandbreite an Körperdarstellungen ist größer geworden. Das Ideal der Antike könnte längst durch Cyborgs abgehängt sein, Avatare im digitalen Raum nehmen beliebige Formen an und zeigen neue Perspektiven auf – der Körper hat längst aufgehört ausschließlich aus Zellen zusammengesetzt zu sein. Werden wir dadurch wie Hikikomori vollkommen in die digitale Welt eintauchen, unser Zimmer nicht mehr verlassen oder bleibt das Bedürfnis nach Körperkontakt unersetzbar? Was macht einen Körper aus? Wie prägen gesellschaftliche Werte und Normen, Wissenssysteme, Technologien und Virtualität den Körper? 


 

frame[less] – das digitale Magazin für Kunst in Theorie und Praxis möchte all diesen Körpern einen Raum bieten. Für das Issue #4 schreiben wir den Open Call zum Thema Körper aus. Die Form wird den Beitragenden freigestellt. Wir freuen uns über vielfältige Formate wie theoretische, kritische und wissenschaftliche Annäherungen an das Thema, genauso wie praktische, projektbezogene Beiträge. Ebenso heißen wir interdisziplinäre und hybride Formen willkommen. Es gibt keine formalen und personenbezogenen Kriterien für die Auswahl der Beiträge. Einzig die Qualität der Abstracts und Proposals entscheidet.

Wir ermöglichen einen interdisziplinären Diskurs im Bereich Kunst. Wobei wir einen offenen Kunstbegriff propagieren, der unter anderem Disziplinen wie Architektur und Design inbegriffen sieht. Besonders Menschen, die sich als FINTA definieren und beziehungsweise oder BIPoC möchten wir ermutigen sich zu bewerben.

Sende uns dein Abstract oder Projektvorhaben (maximal eine Seite) zu, in dem du kurz beschreibst, was du gerne machen würdest. Bis zum 30.01.2022 hast du Zeit, dich unter redaktion@framelessmagazin.de zu bewerben. Wir geben dir dann schnellstmöglich eine Rückmeldung (ca. eine Woche) und informieren dich über alle weiteren Vorgänge.